Ziemlich kurzentschlossen haben wir ein Ferienhaus in Spanien für 3 Wochen angemietet. Das kleine Örtchen Riu Mar soll im Ebro-Delta gelegen sein in der Nähe von Deltebre (auch noch nie gehört) an der Costa Dourada, also ca. 200km südlich von Barcelona.

 

 

Die Fahrt dorthin ca. 14h mit kleinen Pausen haben alle anstandlos und quengelfrei überstanden. Vom Ferienhaus waren wir dann doch angenehm überrascht: Direkt am Meer gelegen (nur durch eine Straße und Sanddühnen vom Strand getrennt) mit einem abgeschlossenen Garten (freier Auslauf für die Kleinen) und recht geräumig (3 Schlafzimmer, 2 Badezimme, Küche, Wohnzimmer, Wintergarten, 2 Terassen, Garten, etc.). Nur Riu Mar ist halt nicht das pralle Leben, aber wir wollten ja auch nicht Schweineschnitzel mit Pommes finden begleitet von dickbäuchigen Deutschen. Hier macht halt eher der Spanier Urlaub, aber nicht mehr im September. Da es hier öfters mal recht ordentlich windet, finden sich ab 4 Bft viele Kite-Surfer ein und heitzen durch die Wellen. Man bekommt richtig Lust darauf es auch mal zu probieren.

 

Deltebre ist eigentlich nicht erwähnenswert, bis auf die Tatsache, dass es potthässlich und unattraktiv ist.

 

Wenn man durch das Ebro-Delta nach Westen fährt, also hoch in die Berge, gelangt man Tortosa. Am Ebro gelegen, mit sehr altem Stadtkern, wird es überragt von einer alten Burg, die zu einem Hotel umfunktioniert wurde (sehr gediegen, aber bestimmt erschwinglich). Man macht sich gerade ran, die alten Häuser vor dem Verfall zu retten. Für einige kommt das aber leider schon zu spät.

 

Wenn man dem Ebro weiter in die Berge folgt kommt man Miravet, dazu muss man aber den Ebro erst mal mit einer Autofähre (max. 2 PKWs) überqueren. Brüggen sind hier echt Mangelware. Hoch auf dem Berg haben die Templer eine tolle Burg hin gebaut, die eine schöne Aussicht bietet. In der Nähe befinden sich auch die Höhlen von Benifalet, die einen Besuch wert sind, da sie viele verschiedene Formationen (Säulen, Fahnen, Abstrakte, etc. ) bieten.

 

In nördlicher Richtung von unserem Feriendomizil liegt Tarragona. Von einer Stadtmauer umschlossen liegt die Altstadt, die von den Römern erbaut wurde. Von der riesigen Kathedrale weg führen schmale Sträßchen durch die Stadt. Neben anderen Bauwerken aus der römischen Zeit gibt es auch ein Amphitheater. Sonntags hat in Spanien aber anscheinend alles geschlossen

 

Ein echtes Highlight war der Besuch bei Doris und Otto in Benicarló. Länger als 3 Tage sollte man aber lieber nicht bleiben, da man bei Ottos Kochkünsten zwangsläufig zunehmen muss oder die Leber kollabiert . Der frische Wein vom Fass kann bedenkenlos in Unmengen konsumiert werden, da er keinerlei Kopfschmerzen verursacht. Ganz witzig ist es den Fischern zuzuschauen, wenn sie in den Hafen zurückkehren und der Fang in die Auktion kommt (alles computergestützt).

 

Südlich von Benicarló liegt Peñiscola mit 3 km Standstrand und ein Hotel neben dem anderen. Ein wahrer Alptraum, aber dafür eine wunderschöne Burganlage, die sehr gut erhalten bzw. restauriert wurde. Auch hier haben die Templer gelebt, einige stehen in den Kellergewölben in voller Montur. Vom Skelett im Zwinger, über Ritter zu Fuß und auf Pferd angefangen bis hin zum geistlichen Oberbefehlshaber, waren alle vertreten (lebensecht).

 

Besonders erwähnenswert wäre da noch Morella. Ein Städtchen tief in den Bergen, was eine absolut uneinnehmbare Burg besitzt. Neben einem gigantisch großem Torhaus und besitzt es eine lücklose 10m hohe Stadtmauer. Irgendwann mal hab ich mit dem zählen der Stadttore auf dem Weg hoch zur Burg aufgehört. Selbst wenn man alle bewachten Tore überwunden hat, muss man letzten Endes die letzten 70 Höhenmeter zu Fuß über steile Treppen zurücklegen, um in die Burg zu gelangen.

 

Im Gegensatz zu Deutschland hatte es angenehme Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad gehabt und vor allen Dingen kein Regen!!!