Lufthansa nonstop kid you

Hinterlasse einen Kommentar

Die wenigen Male, die Jürgen bisher mit Lufthansa unterwegs war, endeten meist in einem Fiasko. Da wäre eine ungewollte Nacht im miesen Sheraton in Rom, weil man in Frankfurt nicht mehr wegen Schnees landen durfte; mehrfach überbuchte Flüge und jetzt kommt noch ein handfester Streik dazu.

Einmal im Jahr macht sich also Jürgen auf den Weg zu einer Städtereise mit seinem Bruder und sie konnten keinen besseren Termin finden, als den Freitagvormittag, wo in Frankfurt die Flugbegleiter streikten. Ich erhielt noch eine sehr optimistische Mail, dass das Gate offen ist und sie gerade boarden, kurze Zeit später kam dann der frustrierte Anruf. Gate zu und ich soll ihn mal umbuchen. Sich an die mehr als 400m lange Schlange vor dem Umbuchungsschalter anzureihen, wurde ihm abgeraten, das würde noch viele Stunden dauern.

Die nächsten Stunden war ich dann beschäftigt, aus endlosen Warteschleifen rauszufliegen. Irgendwie hatte ich mich wohl bei der Spracheingabe vertippt und hatte dann einen Servicemitarbeiter an der Strippe, der mir eine andere Nummer gegeben hat. Auf meine Frage hin, warum ich den Flug nicht online umbuchen kann, konnte er mir leider auch nicht beantworten. „Da steht, er ist abgeflogen!“.

Die neue Nummer war zum Glück ohne Sprachcomputer, dafür aber immer besetzt. Nach dem gefühlten hundertsten Mal, hatte ich einen am Telefon. Er würde jetzt den Hinflug erstatten und eintragen, dass er den Rückflug trotzdem in Anspruch nimmt. Von einer Umbuchung auf den nächsten Morgen hat Jürgen dann mal abgesehen, weil er sonst mitten in der Nacht zum Flughafen hätte fahren müssen und wahrscheinlich ist dieser Flug sowieso überbucht gewesen.

Fünf Minuten später klingelte das Telefon, der letzte Servicemensch war wieder dran und teilte mir mit, dass das mit der Erstattung wohl nichts wird, da der Flug abgeflogen ist – Shit! Hat nun Jürgen den Flug verpasst?! Er also nochmal zum Gate zurück, um die Sache zu klären. Ja, der Flug ist abgeflogen, aber als Ferry. Was so viel bedeutet, wie ein Leerflug ohne Passagiere, aber bestätigen könnte sie ihm das nicht schriftlich.

Unter den tausenden von Menschen traf er dann noch Freunde von uns (@Silke: Erinnerst Du Dich noch an den Dekanesen T. Junike mit den roten Haaren?). Die wollten eigentlich nach Rom fliegen, wurden drei Mal umgebucht und sind dann spät abends nach Hause gefahren, um am nächsten Mittag mit Alitalia zu fliegen. Das Gepäck ist erstaunlicherweise sogar rechtzeitig dort angekommen. Der Tag Urlaub in Rom war ab pfutsch.

Tja und dann machte sich der Jürschen auf den Weg zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Budapest zu reisen. Jetzt ist er stolzer Besitzer einer Bahncard und weiß, dass es gar nicht lustig ist, wenn der Schlafwagen ausgebucht ist, auf dem reservierten Platz eine Horde Japaner sitzt. Der war natürlich einverstanden seinen Platz zu tauschen und Jürgen musste sich nur mit vier anderen das alte enge 6er Zugabteil teilen.

Am nächsten Morgen mailte mir sein Bruder, der eine einsame Nacht in Budapest verbracht hatte, dass das Päckchen endlich eingetroffen wäre.

Montag Morgen, dann die nächste Ernüchterung: Der Flug war nicht online eincheckbar. Dieses Mal ging sogar nach 10min jemand bei der LH ans Telefon. Er soll halt abends am Flughafen am Schalter einchecken, den Flug hätte er aber noch. Das macht wieder eine Stunde weniger Zeit sich die Stadt anzuschauen, weil man ja früher zum Flughafen muss.

Welch ein Wunder, kurz nach 21 Uhr hatte Jürgen wieder deutschen Boden unter den Füssen. Auch wenn ihm der Airliner nach DA gerade vor der Nase weggefahren war, er hatte es geschafft!

Advertisements

Nibelungensteig: Lindenfels – Gras-Ellenbach

1 Kommentar

Nibelungensteig Route

Zusammen mit den Jungs und Mädels vom Badminton sind wir den Nibelungensteig von Lindenfels über Weschnitz nach Gras-Ellenbach bis zum Siegfriedbrunnen gewandert.

IMG_2694IMG_2697IMG_2703IMG_2699

Zu neunt ging es bequem durch den Wald bergab zum Gumpener Kreuz. Hingegen war der Aufstieg auf der anderen Seite zum Stotz (478m) doch etwas schweißtreibend. Aber das wurde nach nicht mal 2h in Weschnitz mit einem Mittagessen belohnt.

IMG_2711IMG_2715IMG_2716IMG_2725IMG_2728IMG_2719

In Serpentinen gelangt man den Berg hoch zur Walpurgis-Kapelle (468m), von der man einen tollen und sehr weiten Ausblick über den Odenwald hat. Der Nibelungensteig führt strategisch gut am Café Bauer vorbei, aber wir konnten uns eine leckere Torte gerade so verkneifen, da wir noch gut gesättigt waren.

IMG_2734IMG_2735IMG_2737IMG_2739IMG_2740IMG_2743Die Alten

Es dauerte nicht mehr lange und wir gelangten nach Gras-Ellenbach (397m) und weil es gerade so Spaß machte, machten wir noch den Abstecher hoch zum Siegfriedbrunnen (500m). Zum Ausklang vesperten wir noch und ließen uns dann gemütlich im gecharterten Bus zurück nach Lindenfels bringen.

IMG_2759IMG_2760

IMG_2748IMG_2763

Mehr Fotos gibt es hier.

Vulkanradweg und Südbahnradweg

Hinterlasse einen Kommentar

Ziemlich kurzentschlossen, weil das Wetter nicht so prickelnd werden sollte, haben wir uns auf die zweistündige Fahrt nach Lauterbach im Vogelsberg gemacht.Direkt am Bahnhof startet der Vulkanradweg, der überwiegend auf der alten Bahntrasse der Oberwaldbahn verläuft.

IMG_3915 IMG_3916

Schnell hatten wir die malerischen Fachwerkhäuser hinter uns gelassen und waren auf dem Weg bis zum höchsten Punkt dieser Tour. Auf 32km sollten wir uns bis auf 580m hocharbeiten, da Eisenbahnen ja nur moderate Steigungen vertragen, waren die 300 Höhenmeter eine vertretbare Anstrengung und so konnten wir die wunderbare Landschaft auf absolut Inliner-geeigneten Radwegen genießen.

IMG_3918 IMG_3920

Vorbei an tollen Burgen, an wildromantischen Bachläufen entlang, nur ab und zu mussten wir mal eine Straße überqueren (wie das halt Züge so gemacht haben). Bisher hatten wir absolutes Glück mit dem Wetter, bei Sonnenschein und um die 20°C ließ es sich gut radeln (zum Glück, denn ich hatte meine Regenjacke nicht eingepackt).

Die Fahrradkarte erwies sich als völlig überflüssig, denn der Weg ist perfekt ausgeschildert. Leider hatte der von unserem Magen anvisierte Gasthof Ruhetag, was auch besser so war, denn mit vollem Magen hätten wir die letzte lange Steigung nach Hartmannshain bestimmt nicht geschafft. Am Gipfel wurden wir aber mit einem leckeren Essen belohnt und weil gerade ein Regenschauer niederging, gab’s auch noch einen Cappuccino.

Die nächsten 34km fuhren wir auf dem Vogelsberger Südbahnradweg über Birstein (die Perle des Vogelsberges) nach Wächtersbach. Großer Vorteil war, dass es, bis auf wenige Ausnahmen, schön bergab ging. Was auch gut so war, weil die untrainierten Muskeln sich doch langsam bemerkbar machten. Im Unterschied zum Vulkanradweg benutzt man hier auch Wirtschaftswege, die Qualität ist ebenso hervorragend, aber ab und zu ist auch mal ein wenig Splitt auf dem Weg. Generell ist diese Strecke aber abwechslungsreicher, weil man viel mehr schalten muss und der Verlauf sich mehr an den Feldern orientiert.

IMG_3921

Die Regentropfen, die wir nun abbekamen trockneten schnell im Fahrtwind und nach einer reinen Fahrtzeit von 3:45h hatten wir den Wächtersbacher Bahnhof erreicht. Da wir nicht sehr darauf erpicht waren, mit Fahrrädern Zug zu fahren und auch noch umzusteigen, überließen wir sie ihrem Schicksal. Trotz Verspätung erreichten wir in Fulda noch unseren Anschlusszug auf dem ominösen Gleis 38.

Von Lauterbach aus fuhren wir dieses Mal mit dem Auto parallel zu der gerade gestrampelten Strecke, nur dass es jetzt aus allen Kannen gegossen hat. In Wächtersbach luden wir schnell unsere Räder ein, und nach 12 Stunden erreichten wir wieder die Perle des Odenwalds, nicht mehr ganz so frisch wie am Morgen.

Malerweg

6 Kommentare

Malerweg komplett

1 Tag: Liebethaler Grund – Kurort Rathen (19,8km)

Malerweg Tag 1

Nach einer teilweise schlaflosen Nacht, sind wir freiwillig um 7 Uhr aufgestanden, haben schnell gefrühstückt und den Bus um 8 Uhr von Pirna nach Liebethal genommen. Das Hotel Pirnascher Hof war eigentlich sehr nett nur leider am Marktplatz neben einer gut beleuchteten Kirche gelegen, die alle viertel Stunde mindestens einmal “Bing” gemacht hat …

Gestern hatte es noch aus Kübeln gegossen, aber heute hatten wir echtes Kaiserwetter. Im Schatten war es aber noch recht frisch.

IMG_0137  IMG_0149IMG_0161IMG_0144 IMG_0146

Eigentlich hatten wir uns von der ersten Etappe nicht so viel versprochen, aber der Weg ging durch ein wildromantisches, tiefeingegrabenes Flusstal. Bei den gemächlichen Steigungen kamen wir dann doch ins Schwitzen.

IMG_0157 IMG_0166

Beim ersten Abstieg haben wir den ersten Wanderer getroffen, dann wieder viele Kilometer keine Menschenseele. Erst im Uttewalder Grund kamen uns Leute entgegen. Wie wir später feststellten auf einem eigentlich gesperrten Weg. Das Hochwasser im August hat nicht nur den Steg durch das legendäre Uttewalder Felsentor mit sich genommen, sondern auch die Befestigungsmauern des Baches unterspült. Große Teile des Sträßchens waren einfach weggespült, Geländer führten durch die Luft. Im Waldidyll genehmigten wir uns zum Aufwärmen eine Heiße Zitrone und haben unseren 1. Malerwegstempel in den Wanderpass bekommen, um dann unseren Weg nach Wehlen fortzusetzen.

IMG_0174 IMG_0190

Von der Burgruine dort hatte man einen netten Ausblick auf die Elbe. Damit war die erste Etappe von 11,5 km geschafft in nur 3,5h mit Pausen.

Nun folgte die Hälfte der als mittel eingestuften 2.Etappe hoch zur Bastei, die wirklich schweißtreibend war.

 IMG_0198 IMG_0204

Belohnt wurden wir mit einer grandiosen Aussicht auf das Elbsandsteingebirge. Das Wetter war inzwischen Sonnenbrand verdächtig. Da hierher auch Busse fahren, war der Ansturm natürlich riesig. Probleme bereitete mir dann der Abstieg über die Treppen runter nach Rathen. Beide Knie fingen höllisch an zu schmerzen. Dennoch erreichten wir im Schnecken Tempo Rathen, wo wir dann ab 14 Uhr faul in der Sonne Kaffee tranken. Das Hotel Ettrich liegt auf der anderen Flussseite und eine Fähre brachte uns an unser Tagesziel. Die Zimmer sind nur noch genial und bekommen glatt 5 Sterne von uns. IMG_0224IMG_0240IMG_0216 IMG_0228 IMG_0212IMG_0241 IMG_0242

 

2.Tag : Rathen – Altendorf (25,5km)

Malerweg Tag 2

Hochnebel verdeckte die Bastei Felsen und es war sehr frisch, als wir darauf warteten, dass uns die Fähre rüber bringt. Der rustikale Aufstieg vorbei am Amselsee zum Amselfall bis hoch nach Rathewalde, hat uns aber wieder warm gemacht.

IMG_0272 IMG_0284IMG_0280 IMG_0282 IMG_0288 

Mittlerweile hat sich der Nebel gelichtet und wir haben strahlenden Sonnenschein und tiefblauen Himmel. Leider fing das blöde Knie in Richtung Hockstein an, extrem zu schmerzen und das auf gerader Strecke. Die Hocksteinaussicht war sehr schön in Richtung Hohnstein. Nur leider liegt da ein tiefer Grund dazwischen, da muss eine Seilbahn her!

Der Abstieg erfolgt über steile Leitern, die durch eine Felsspalte führen, die den ganzen Berg zerteilt. Abenteuerlich, man kommt sich vor wie in einer Höhle. Der weitere Abstieg führt über steile, schmerzhafte Stufen ins Polenztal. Nachdem der Aufstieg auf der anderen Seite geschafft ist, gehen wir erst mal ein paar Treckingstöcke für Alex kaufen. Vielleicht hilft das ja.

IMG_0301 IMG_0318

IMG_0306 IMG_0310 IMG_0303

Anschließend holen wir uns noch den 3.Stempel, denn wir hatten die 2. Etappe geschafft und es geht weiter Richtung Brandsteinaussicht. Der Malerweg ist oftmals die längere Variante, um an ein und dieselbe Stelle zu kommen, aber definitiv die schönste Möglichkeit. Nach einem wunderschönen Höhenweg erreichen wir den Aussichtspunkt und genießen den Blick bei einem Milchkaffee.

IMG_0349 IMG_0351IMG_0356 IMG_0358 IMG_0363

Nun folgen – Alex freut sich schon – steile Treppen bergab ins Tal, nur damit wir auf der anderen Seite ebenso steil wieder den Berg nach Waitzdorf erklimmen können. Hier gibt es eine Bushaltestelle, aber nein, Alex ist zäh. Weiter zur nahezu ebenso atemberaubenden Aussicht nahe Waitzdorf und dann langsam den Berg hinab zur Kohlmühle.

IMG_0380 IMG_0379

Dort geht eigentlich nichts mehr, aber da der Schienenersatzverkehr erst in 1,5 Stunden fahren würde, laufen wir doch den kurzen, aber steilen Weg über den Adamsberg hinauf nach Altendorf (halbe Stunde sagte der Mann am Bahnhof … na ja). Zu guter Letzt kommen wir doch noch an. Das Hotel Heiterer Blick verspricht schon einiges, besonders wenn man einen 1,96m Mann in ein 1,9m Bett mit Fußbrett packen muss.

 

 IMG_0403 IMG_0404

3. Tag Altendorf – Felsenmühle (19,9km)

Malerweg Tag 3

Um Alex Knie die steilen Treppenstufen runter zur Ostrauer Mühle zu ersparen, nehmen wir den Bus an den Bad Schandauer Elbkai und fahren später mit dem Aufzug nach oben, um die ersten Felsen zu überwinden. Um wieder auf den Malerweg zu kommen folgen wir dem Grünen Punkt. Wahrscheinlich haben wir uns dadurch ein echtes Eigentor geschossen, da ging es dann erst mal steil runter in den Zahnsgrund um dann anschließend wieder hochzugehen, aber schön war‘s trotzdem.

IMG_0407 IMG_0422 IMG_0430

Um auf den Gratweg zu kommen, muss man ein paar Leitern überwinden, aber das wäre wirklich der einzige Grund, warum die Tour als schwer eingestuft wird. Die Schrammsteine bieten wirklich eine bizarre und grandiose Aussicht ins Elbtal und zu den Affensteinen. Mit 426m sind sie fast genauso hoch wie die Affensteine, zu denen wir auch noch unterwegs sind.

IMG_0439 IMG_0445 IMG_0527IMG_0452 IMG_0453

Zwischendurch gibt es dann wieder Abstiege ins Tal, wildromantisch über Stege, Treppen, Leitern und in den Fels gehauene Stufen. Zum Glück schützen die Felsen vor der dem Wind, sonst hätte es wirklich die gefühlten -7C und wir wollen nicht meckern, denn der Regen ist auch ausgeblieben.

IMG_0472 IMG_0483 IMG_0493IMG_0523 IMG_0529

Um nicht das Stück vom Beutenfall bis zum Lichtenhainer Wasserfall an der Straße lang laufen zu müssen, biegen wir kurz oberhalb des Flusses ab, um auf diesem Weg zum Kuhstall zu gelangen. Wie immer führen uns ein paar Leitern und Treppen ans Ziel. Ein riesiger Tunnel im Felsen führt zu einem Balkon, von dem man weit über den Felsenwald schauen kann. Für Verpflegung ist gesorgt, aber man kann sie nur in einer zugigen Baude, eingerichtet aus Originalteilen aus dem DDR-Bestand, zu sich nehmen.

IMG_0550IMG_0563 IMG_0566

IMG_0573 IMG_0576

Der Abstieg zur Felsenmühle war nicht weiter dramatisch, nur leider sollte die erst um 17 Uhr aufmachen. Über eine Stunde im einsetzenden Regen warten, mussten wir zum Glück nicht, weil uns der Wirt doch noch entdeckte, aber unser Gepäck war leider auch noch nicht da! Irgendwann kamen dann doch die Koffer, weil der wirklich sehr nette Wirt sich drum gekümmert hat. Das Essen ist auch empfehlenswert, besonders gewürzt mit den sächsischen Kommentaren des Besitzers. An diesen Abend holten wir uns unseren 4. Stempel und feierten Halbzeit, bis kurz vor 21 Uhr. Wie jeden Abend waren wir die Letzten in der Kneipe.

4. Tag: Felsenmühle – Krippen (20,9km)

Malerweg Tag 4

Und die ersten beim Frühstück. Auf dem Weg zur Neumannmühle kamen wir an den Zerstörungen des Hochwassers vom August 2010 vorbei, die unserem Wirt 7 Wochen Umsatzausfall beschert hatten. Offensichtlich wissen die meisten immer noch nicht, ob man nun hier wandern kann oder nicht. Wie gut, dass wir uns damit vorher nicht allzu sehr beschäftigt hatten Smiley. Von der Neumannmühle nehmen wir eine Abkürzung zum Zeughaus, das spart uns zwei kniestrapazierende Abstiege. Noch vor Öffnung des Zeughauses sind wir da, bekommen aber trotzdem unseren 5.Stempel.

IMG_0600 IMG_0606 IMG_0601

Jetzt geht’s aber bergan … steil und lang. Doch die Goldsteinaussicht entschädigt für alle Mühe. Toller Blick auf die Berge und das Tal, in dem noch Reste der Wolken hängen.  Bis zum Großen Winterberg 556m war es dann doch noch eine Ecke zu Laufen, aber vergleichsweise harmlose Steigungen.

IMG_0616 IMG_0621 IMG_0636

IMG_0629 IMG_0648

Nach kurzer Stärkung mussten wir nun runter zur Elbe, über tausende von Holz- und Steintreppenstufen. 440 Höhenmeter haben Alex Knie den Rest gegeben, da half nur eine weitere Einkehr in Schmilka, bevor wir über den Fluss übersetzten. Die 5. Etappe war vollbracht, äußerlich waren die Jacken wohl genauso nass wie drin.

IMG_0662 IMG_0660 IMG_0664

IMG_0675 IMG_0683

Auf der anderen Elbseite setzen wir unseren Weg (ausnahmsweise) mal mit einem steilen Anstieg über Treppenstufen fort. Das Wetter schwankt zwischen blauem Himmel und drohendem Unwetter, aber immerhin regnet es nicht oder kaum. Zwischendurch können wir sogar die sonnenbestrahlten Schrammsteine bewundern, ein toller Blick.

IMG_0693 IMG_0698

Der letzte Berg (Wolfsberg) entpuppt sich mehr als Hügel, bevor wir den langen Abstieg Richtung Krippen beginnen. Am Ende reicht es dann wirklich für heute. Um kurz nach 17 Uhr kommen wir im Hotel Erbgericht an. Diesmal ist auch unser Gepäck schon da (gerade gekommen). Sehr erfreut erfahren wir, dass die Sauna bereits auf uns wartet, und so entspannen wir bei zwei Saunagängen im Kellergewölbe, bevor wir zum Essen das Hotelrestaurant aufsuchen und uns anschließend noch im Gewölbekeller ein Bierchen genehmigen.

5. Tag Krippen – Festung Königstein (25,3km)

Malerweg Tag 5

Nach einer diesmal eher zu kurzen Nacht und einem guten Frühstück beginnen wir unsere Tour, zunächst mal mit dem Anstieg zum Malerweg. Aua, heute merken wir unsere Muskeln aber, wir kommen kaum in die Gänge. Und das heute, wo besonders viele Anstiege anstehen. Durch gut durchweichten Boden ging es durch den Wald dem Papststein entgegen.

IMG_0720 IMG_0729

Zum Warmwerden ging es mal wieder viele Stufen hoch, die Aussicht entschädigt dann doch immer wieder. Und wie soll es anders sein, auf der anderen Seite ging es wieder steil runter, um dann gleich wieder auf den Gorisch hochzugehen. Auch hier wieder eine tolle Aussicht, unter anderem auf den Papststein 🙂 Nach dem Abstieg zum Kurort Gohrisch haben wir die 6. Etappe beendet; unsere Tour geht aber noch ein bisschen. Am Feldrain entlang nähern wir uns dem Pfaffenstein.

IMG_0737 IMG_0744 IMG_0792 IMG_0795

Ein bezeichnendes Schild: rechts bequemer Aufstieg, links Nadelöhr und natürlich Malerweg. Steile Stufen und Leitern führen durch das besagte Nadelöhr zum Gipfel. Heute haben wir mit dem Wetter richtig Glück, auf jedem Gipfel scheint die Sonne, und auch sonst ist es recht schön, vor allem ohne Regen. In der Berggaststätte holen wir uns den 7. Stempel und machen erst mal eine Kaffeepause. Jürgen steigt auch noch auf den Aussichtsturm und kann es sich auch nicht verkneifen, anschließend noch einen Abstecher zur Barabarine zu machen, einer freistehenden spitzen Felsnadel.

IMG_0805 IMG_0813 IMG_0830IMG_0844 IMG_0851 IMG_0869

Von einer Höhlentour sehen wir dann doch ab, nachdem die Leute, die aus dem Schlund empor kriechen ziemlich nass und verdreckt sind – wir haben ja noch einiges vor uns liegen – vor allem den Abstieg. Weiter geht es zum Quirl, nur dieses Mal nicht oben drüber, dafür auf hohem Niveau fast komplett außen herum, bis wir dann doch noch fast oben angekommen sind. Wäre ja auch der erste Berg, den wir ausgelassen hätten. Anschließend folgt ein ewig langer knieschädigender Abstieg nach Pfaffendorf, was dann fast nahtlos in Königsstein übergeht.

IMG_0859 IMG_0887 IMG_0897 IMG_0902

Ok, zugegeben, dort wollten wir pfuschen. Alex Knie wollte einfach nicht mehr den steilen Berg zur Festung Königstein rauf. Aber der Touri-Bus fuhr nicht mehr und der normale Bus erst in einer Stunde und Taxen gibt es hier keine! Also sind wir zu 50% fluchend doch noch den Berg raufgeklettert. Um 18:00 Uhr war dann das Hotel erreicht, nach 9 Stunden wandern und x Höhenmetern. Ein Zimmer mit Fußbrettbett konnten wir dann noch problemlos gegen die Hochzeitsuite umtauschen. 

6. Tag: Festung Königstein – Pirna (21,3km)

Malerweg Tag 6

Da draußen alles weiß vom Raureif war, marschierten wir dick vermummt los, um dann nach und nach den Reißverschluss zu lüften, da die Sonne herrlich scheint. Nach dem Abstieg von der Festung bewegten wir uns entlang des Elbkamms Richtung Weißig, dem Ende der 7. Etappe.

IMG_0918 IMG_0924 IMG_0962 IMG_0941

Im Anschluss erklommen wir noch den letzten größeren Berg auf dieser Tour, den Rauenstein. Eigentlich hatten wir uns von den nicht so viel erwartet, aber er war wirklich wunderschön. Ein ewig langer Gratweg, der schon fast ein wenig an die Schrammsteine erinnert, führt uns zur anderen Seite, rechts der Blick auf die Bastei und die Elbe, links die Festung Königstein und die anderen ‚Steine‘, die wir alle schon bestiegen haben. Der Gratweg geht nahtlos in den Abstieg durch langgezogene Kieferwälder über.

IMG_0926 IMG_0972

Fast auf Elbhöhe angekommen, ging es wieder hoch in die Wälder, um dann fast wieder auf gleicher Höhe wie der Rauenstein zu sein (soweit also zu ‚letzter Aufstieg der Tour‘). Oberhalb der Sandsteinfelsen, die die Elbe begrenzen, wandern wir durch den Wald auf einem ziemlich matschigen Weg nach Obervogelgesang. Der Weg zieht sich ganz schön, und so langsam merken wir unsere Oberschenkel. Am Ende erwarten uns – Überraschung – steile Stufen bis hinab zur Elbe. Dort genehmigen wir uns erst mal eine Gulaschsuppe und einen Kaffee. Entlang der Elbe führt der (leider asphaltierte) Weg Richtung Pirna. Auch den letzten Schlenker des Malerwegs nehmen wir noch mit, auch wenn es wieder einen Aufstieg bedeutet. Entlang der Burgmauern nähern wir uns der Stadtmitte. Kurz vor dem Ziel sehen wir uns noch die Marienkirche an, die wirklich sehenswerte Fenster und eine tolle Decke hat.

  IMG_0998 IMG_1013 IMG_1022

Und dann ist das Ziel erreicht: der Marktplatz von Pirna!

Den letzten Stempel für die 8. Etappe holten wir uns praktischerweise in unserem Hotel, um dann frisch geduscht zur Touri- Info gehen zu können, wo wir den Malerwegorden- und eine Urkunde erhielten. Sehr anstrengende, aber auch wirklich wunderschöne angebliche 112 Kilometer liegen hinter uns (laut GPS waren es 132,7km), und wir sind wirklich stolz, es geschafft zu haben. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Tour.

 

Danksagung:

  • An die Großeltern, die unseren Kindern einen schönen Urlaub bescherten
  • Dem Wetter, das sich an die teilweise schauderhaften Voraussagen einfach nicht gehalten hat und hauptsächlich schön war 
  • An die Wirte und Hoteliers auf unserer Reise, die im Gegensatz zu MeckPomm, sehr zuvorkommend und serviceorientiert waren
  • Hansaplast Blasengel zur Prävention, für eine blasenfreie Woche
  • Leki für die tollen Stöcke
  • Mamut für die saubequemen Stiefel
  • Asics für die Geljoggingschuhe (ja, Jürgen ist, mit einer kurzen Ausnahme, die komplette Tour damit gelaufen)
  • Jürgen, der die ganze Zeit den Rucksack schleppen musste
  • Alex, für den eisernen Willen, durchzuhalten
  • Alex‘ Knie, das trotz Schmerzen die komplette Tour durchgehalten hat

Sächsische Schweiz: 120km Malerweg in nur 6 Tagen

Hinterlasse einen Kommentar

Als wir im Sommer 2009 in der Sächsischen Schweiz waren, hatten wir aus einer Wanderlaune raus beschlossen, irgendwann Mal den Malerweg zu laufen. Die Landschaft dort ist einfach traumhaft und wildromantisch. Nicht umsonst ist er zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt worden.

Am Sonntag ist es nun soweit und wir werden die ersten ein ein Viertel Etappen bestreiten. Eigentlich sind es 8 Etappen, aber soviel Zeit haben wir leider nicht und werden ihn in 6 Etappen laufen müssen. Das heißt jeden Tag 20km laufen in ca. 7h. Ja wir haben auch schon die Taschenlampe eingepacktZwinkerndes Smiley. Zum Glück sind die Hotels schon gebucht inkl. eines Gepäckservice! Denn wer will schon alles über 3500 Höhenmeter hoch und wieder runterschleppen? Wir bestimmt nicht!

Am härtesten werden wohl die Etappen 4 und 5. Sie sind als schwer eingestuft und zu allem Überfluss müssen wir auch noch eine verlängerte Tour laufen. Dort gibt es viele Leitern und Tritte, die in den Fels geschlagen wurden und weit und breit keine Zivilisation, d.h. wir müssen auch noch Futter und Wasser für den ganzen Tag mitschleppen. Aber dafür wird man mit einer grandiosen Landschaft belohnt.

Bisher waren unsere Urlaub immer abenteuerlich, weil wir unbekannte Länder und Kulturen besucht haben. Dieses Mal bewegen wir uns auf bekanntem Terrain, aber ob wir dem Ganzen körperlich gewachsen sein werden, steht in den Sternen.

Alles neu…

4 Kommentare

Da Microsoft sich dazu entschieden hat seine Live.Spaces einzustellen und diese aber netterweise automatisch nach WordPress zu portieren, musste ich ein paar Stunden investieren, um dem interessierten Leser wieder ein paar Fotos aus vergangenen Urlauben sichtbar zu machen.

So ganz unglücklich bin ich darüber nicht, da in Kombination mit dem Windows Live Writer recht komfortabel gearbeitet werden kann. Aber wie das bei so neuen Sachen ist, braucht es halt etwas Zeit, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

Als nächstes steht ja die Begehung des Malerweges an (120km in 6 Tagen) und wenn die Zeit reicht, dann blogge ich ein wenig von unterwegs. Auf  jeden Fall wird es dazu viele Bilder geben, weil die Landschaft in der Sächsischen Schweiz einfach nur genial ist und mit ein bisschen Glück gibt es ja eine Indian Summer.

Felsabsturz

Hinterlasse einen Kommentar

Um den erlahmenden Touristenstrom wieder etwas in Gang zu bringen, werden in Lindenfels keine Kosten und Mühen gescheut! In mühsamer Handarbeit wurden erst die Bäume rund um die Burg beseitigt und den Rest erledigten die Burgziegen. So hat man nun einen schönen Ausblick auf die Burg und einen Hang, der wunderbar den Kräften des Wetters ausgesetzt ist. Letztendlich hat dann Petrus nachgeholfen und den nötigen Regen bereitgestellt und Schwups hat man ein medienwirksames Ereignis:

“Der überhängende Fels rutschte ab und bahnte sich, eine Schneise der Verwüstung hinter sich lassend, seinen Weg in den Kurgarten. Dabei trennte er nicht nur die Stromversorgung der Burg durch, sondern machte auch zwei historische Stadtmauern nieder, um kurz vor einem Pavillon zum Liegen zu kommen. Nun hat der über 20 Tonnen schwere Granitbrocken ein neues zuhause gefunden und wird wohl für die Nachwelt dort seine neue Ruhestätte haben.”

   Felsabsturz in LindenfelsFelsabsturz in LindenfelsFelsabsturz in LindenfelsFelsabsturz in LindenfelsFelsabsturz in Lindenfels

Older Entries