Ziemlich kurzentschlossen, weil das Wetter nicht so prickelnd werden sollte, haben wir uns auf die zweistündige Fahrt nach Lauterbach im Vogelsberg gemacht.Direkt am Bahnhof startet der Vulkanradweg, der überwiegend auf der alten Bahntrasse der Oberwaldbahn verläuft.

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Schnell hatten wir die malerischen Fachwerkhäuser hinter uns gelassen und waren auf dem Weg bis zum höchsten Punkt dieser Tour. Auf 32km sollten wir uns bis auf 580m hocharbeiten, da Eisenbahnen ja nur moderate Steigungen vertragen, waren die 300 Höhenmeter eine vertretbare Anstrengung und so konnten wir die wunderbare Landschaft auf absolut Inliner-geeigneten Radwegen genießen.

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Vorbei an tollen Burgen, an wildromantischen Bachläufen entlang, nur ab und zu mussten wir mal eine Straße überqueren (wie das halt Züge so gemacht haben). Bisher hatten wir absolutes Glück mit dem Wetter, bei Sonnenschein und um die 20°C ließ es sich gut radeln (zum Glück, denn ich hatte meine Regenjacke nicht eingepackt).

Die Fahrradkarte erwies sich als völlig überflüssig, denn der Weg ist perfekt ausgeschildert. Leider hatte der von unserem Magen anvisierte Gasthof Ruhetag, was auch besser so war, denn mit vollem Magen hätten wir die letzte lange Steigung nach Hartmannshain bestimmt nicht geschafft. Am Gipfel wurden wir aber mit einem leckeren Essen belohnt und weil gerade ein Regenschauer niederging, gab’s auch noch einen Cappuccino.

Die nächsten 34km fuhren wir auf dem Vogelsberger Südbahnradweg über Birstein (die Perle des Vogelsberges) nach Wächtersbach. Großer Vorteil war, dass es, bis auf wenige Ausnahmen, schön bergab ging. Was auch gut so war, weil die untrainierten Muskeln sich doch langsam bemerkbar machten. Im Unterschied zum Vulkanradweg benutzt man hier auch Wirtschaftswege, die Qualität ist ebenso hervorragend, aber ab und zu ist auch mal ein wenig Splitt auf dem Weg. Generell ist diese Strecke aber abwechslungsreicher, weil man viel mehr schalten muss und der Verlauf sich mehr an den Feldern orientiert.

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Die Regentropfen, die wir nun abbekamen trockneten schnell im Fahrtwind und nach einer reinen Fahrtzeit von 3:45h hatten wir den Wächtersbacher Bahnhof erreicht. Da wir nicht sehr darauf erpicht waren, mit Fahrrädern Zug zu fahren und auch noch umzusteigen, überließen wir sie ihrem Schicksal. Trotz Verspätung erreichten wir in Fulda noch unseren Anschlusszug auf dem ominösen Gleis 38.

Von Lauterbach aus fuhren wir dieses Mal mit dem Auto parallel zu der gerade gestrampelten Strecke, nur dass es jetzt aus allen Kannen gegossen hat. In Wächtersbach luden wir schnell unsere Räder ein, und nach 12 Stunden erreichten wir wieder die Perle des Odenwalds, nicht mehr ganz so frisch wie am Morgen.

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